Topfen

Topfen

Wird in der Naturheilkunde erfolgreich eingesetzt. Durch seine Milchsäure beeinflusst er den Zellstoffwechsel günstig. Die Fettstufe hat keinen Einfluss auf die heilende Wirkung. Magertopfen ist nur fester und nässt dadurch weniger. Topfen ist für kalte und warme Anwendungen geeignet. Warm angewendet löst er den Schleim in den Bronchien, löst Krämpfe, stillt Schmerzen und leitet Entzündungen ab. Durch den Milchsäureprozess nimmt er Schlacken und Giftstoffe aus dem Körper aus.

Kalter (zimmerwarmer Topfen) wirkt bei akuten Entzündungen kühlend und schmerzstillend.

Einfach den Topfen auf eine Küchenrolle geben, ev. vorher eine Arnika Tinktur einrühren. Die Küchenrolle mit dem Topfen auf die schmerzende Stelle geben, zum Schutz vor der Feuchtigkeit ein Plastik darüber legen und befestigen.

Ob kalt oder warm ist auch eine persönliche Entscheidung, auf jeden Fall kann der Topfenwickel bleiben, solange er als angenehm empfunden wird oder wenn er bröselig wird.

Pechsalbe

Im 250 Jahre alten Loferer Rezeptbüchl findet man ein altes Pechsalbenrezept:

Ein auch dermaßen gar guette Salben,

Nimb ein feichteners Bech (Fichtenpech), das lind seye und nimb also vill lerchenen Lerget (Lärchenpech) und zerlaßes gemächlich ergehen auf einen Kolfeuer…..

Pechsalbe

So wie die Harze beim Baum als Wundverschluss dienen, können sie auch beim Menschen angewendet werden.

Zutaten:

  • 80 g Olivenöl
  • 20 g Bienenwachs
  • 30 g Lärchen- und Fichtenharz (am besten gemischt)

Zubereitung: Öl erwärmen, dann Harz dazu geben und mit einem Holzlöffel umrühren, bis sich Harz möglichst auflöst hat. Unlösliche Rückstände abseihen, wieder auf den Herd stellen und Wachs darin auflösen. In Behälter gießen, abkühlen lassen dann verschließen und beschriften. Nicht lichtempfindlich, kann in Weißglas aufbewahrt werden, lange haltbar (mehr als 18 Monate), jahrelang wirksam.

Pechsalbe oder Harzsalbe, über einen Splitter platziert, „zieht“ den Splitter heraus und desinfiziert die Wunde. Harz von Nadelbäumen setzt einen starken Heilreiz und mobilisiert die örtlichen Abwehrkräfte, um einer Wundinfektion vorzubeugen..

Kneipp Wickel

Würden gesunde Leute alle 8 bis 14 Tage einen kurzen Wickel nehmen, könnten sie einer großen Anzahl von Krankheiten vorbeugen! Sebastian Kneipp (1821 bis 1897)

Kneipp Wickel

Zubereitung: Ein Badetuch ins Bett legen, Zwischentuch darauf, Innentuch im kalten Wasser kräftig auswringen und um den betreffenden Körperteil wickeln. Anschließend Zwischentuch und Badetuch eng umwickeln mit Bettdecke zudecken. Der Wickel muss angenehm sein, das Kältegefühl muss nach spätestens 5 Minuten vergehen, ansonsten Wärmeflasche an die Füße legen und warmen Tee trinken. Nach dem Entfernen der Wickeltücher warm zu decken und mindestens 1 Stunde nachruhen. Der Kältereiz fordert den Körper zur Reaktion heraus und hat daher anregende Wirkung, die zu einer kurzen Verengung mit sofort nachfolgender Erweiterung der Blutgefäße führt. Dadurch kommt es zur Anregung der Durchblutung, zur Anregung des gesamten Stoffwechsels, zur Anregung der Selbstheilungskräfte und zur Beruhigung des Nervensystems.

Wirkt ableitend, abwehrstärkend, beruhigend, durchwärmend und stoffwechselanregend.

Beachte! Nicht anwenden bei Durchblutungsstörungen, geschwächten Menschen, Harnwegsinfekt, während der Menstruation und bei Kältegefühl.

Zitat

Weisheiten

Leb recht vernünftig;
Schätze es hoch, im Sonnenlicht dein Tagwerk vollbringen zu können;
verdirb nicht selbst die gute Luft, welch du einatmen kannst,
sei nicht frevelhaft gegen deinen Körper, indem du mehr von ihm verlangst,
als er zu leisten vermag,
oder mit anderen Worten:
Handle nicht unvernünftig gegen dich selbst!
Sebastian Kneipp (1821 bis 1897)

Eibisch

Eibisch

Der filzig weiche Eibisch ist ein Malvengewächs, mit einer kräftigen, sehr schleimhaltigen Wurzel. Seit der Antike wird er zur Reizlinderung eingesetzt. Eibischwurzelstückchen galten früher als die ältesten Hustenbonbons bei Reizhusten. Beim Sammeln und auch beim Kauf darauf achten, dass die Wurzel nicht schimmelt!!

Der Eibisch mit seinem hohen Gehalt an schleimbildenden Stoffen wirkt in den Atemwegen wie ein Schutzschild gegen eindringende Viren oder Reizungen und ist deshalb zur Vorbeugung in Erkältungszeiten geeignet. Der Bronchialschleim verflüssigt sich und kann besser abgehustet werden. Die schleimhautschützende, reizlindernde und säurepuffernde Wirkung wirkt auch im Mund- und Rachen- Raum und im Magen- Darm Trakt.

Zur Schleimlösung 1 TL gut zerkleinerte Wurzel oder 1 TL Blätter mit 1 Tasse kaltem Wasser ansetzen und 1-2 Stunden unter Rühren stehen lassen, danach abgießen und schluckweise trinken. Innerhalb von 2-3 Stunden aufbrauchen, da sich sonst pathogene Keime vermehren können.

Husten Tee

Husten Tee, auswurffördernd (U.Bühring)

Diese Teemischung hilft den zähflüssigen Bronchialschleim zu verflüssigen, damit man ihn leichter abhusten kann. Reichlich Flüssigkeit dazu trinken.

Zutaten:

  • 25 g Thymiankraut
  • 25 g Hohlzahnkraut
  • 20 g Anisfrüchte
  • 15 g Bibernellwurzel
  • 15 g Süßholzwurzel

Aufguss: 1 TL mit 1 Tasse heißem Wasser übergießen, 10 Minuten bedeckt ziehen lassen. 3 Mal täglich 1 Tasse.

Wickel mit Bockshornklee, Leinsamen, Topfen oder Zwiebel

Wickel mit Bockshornklee, Leinsamen, Topfen oder Zwiebel

Zubereitung: 4-5 Eßl Bockshornkleesamenpulver in etwas Wasser verrühren und aufkochen lassen. Fingerdick auf eine Küchenrolle streichen und eine Kompresse falten. Die Wärme prüfen und dann auf die schmerzhafte Stelle legen.

Leinsamen grob mahlen und wie oben verfahren.

Magertopfen mit etwas warmer Milch anrühren, fingerdick auf eine Küchenrolle streichen und eine Kompresse falten, auf einem umgedrehten Deckel über Dampf erwärmen. Dann Kompresse prüfen und auflegen, liegen lassen, bis bröselig.

1 Zwiebel grob hacken, auf eine Küchenrolle legen und wie oben weiter machen.

Wirken entzündungshemmend, schmerzlindernd, schleimlösend, leiten Entzündungsstoffe ab.