Spätherbst

Ein sehr arbeitsreicher Oktober. In Hollersbach fanden die Hollunder Tage mit einigen sehr interessanten Vorträgen statt. Im Haus haben wir einen kleinen Umbau und im Garten ist um diese Zeit auch einiges zu tun.

Trotzdem fanden wir Zeit eine Wanderung zu machen und dabei haben wir unsere größte Hagebutten Ernte gefunden. Mit einem leichten Widerstand von den Wildrosenstauden haben wir 3 kg Hagebutten geerntet. Einen Teil habe ich zur Verwendung in einem Tee getrocknet (z.B. meinen Frühstückstee), den anderen Teil habe ich mit etwas Wasser aufgekocht, ein paar Mal durch die flotte Lotte passiert und daraus eine Hagebutten Marmelade gemacht. Für mich ist das eine wertvolle Marmelade, nicht nur weil sie gut schmeckt und heilsame Inhaltsstoffe hat, sondern weil ich weiß, wie viel Arbeit darin steckt.

Blick auf die hohen TauernHagebuttenstrauchHagebutten

Überhaupt habe ich in diesem Herbst einige „exotische“ Marmeladen gemacht. Zuerst eine Williams Birnen Marmelade mit Guaven, dazu ein paar Gewürze wie Zimt, Nelken und Cardamon. Dann habe ich einen Kürbis/Kokosmilch Furchtaufstrich gemacht. Auch hier mit Zimt, Nelken und Cardamon. Auf 800 g Kürbis habe ich 400 ml Kokosmilch zum Aufkochen genommen, dann passiert und mit den Gewürzen (in einem Säckchen, zum Entfernen vor dem Abfüllen) und 2:1 Gelierzucker aufgekocht. Schmeckt sehr fein.

Chilisalz

Wie ich von den letzten Jahren schon wusste, wachsen die Chili sehr gut, so dass wir sie kaum verbrauchen konnten. Ich habe daher ein Rezept aus „die Kräfte Kräuter nutzen“ verwendet und werde meine Chilis, so wie sie reifen, mit Salz konservieren.

Chilisalz nach Angelika Gschnell

  • 250 g Meersalz (ich nehme Steinsalz)
  • 100 g frische Paprikaschoten
  • 50 g frischer, scharfer Pfefferoni, Schärfegrad 7-10)
  • 15 g getrockneter Majoran

Zubereitung: Man verreibt im Mixer das Meersalz mit dem Paprika, dem Pfefferoni und dem Majoran. Diese Masse lässt man auf einem Backpapier trocknen und zerkleinert dann ev. Klümpchen.

Bis hierher habe ich es nachgemacht, jetzt warte ich immer bis 10- 20 Chili wieder reif werden und vermische sie mit einem Teile des Chilisalzes, trockne sie und gebe sie zum Rest. So hoffe ich, im Herbst die Chiliernte zu konservieren, damit ich im Winter dann ein „feuriges Chilisalz“ zum würzen habe.

„Die Kräfte der Kräuter nutzen“ wurde von 3 Autorinnen geschrieben und enthält geballtes Kräuterwissen von Südtiroler Kräuterfrauen. Wunderschöne Bilder, 350 Rezepte vom Kochen bis zum Salben rühren, gut beschrieben, eine wahre Fundgrube.  Unter dem Motto: für alles ist ein Kraut gewachsen, Rezepte für alle Lebenslagen. Bei jedem Rezept steht der Name der Urheberin und ihre Tipps und Tricks dazu.

Die Kraft der Kräuter nutzen

Früchte ernten

Nachdem der 3.wärmste Sommer seit Aufzeichnungen des Wetters sich langsam dem Ende zuneigt, muss ich eine (sehr positive) Zwischenbilanz ziehen.

Die Kartoffelernte fällt heuer sehr gut aus, keine Fäule wie im Vorjahr, sondern viel und große Kartoffeln. Ein paar sind wohl angeknappert, da die Mäuse auch begriffen haben, dass da was gutes wächst, aber in Summe haben wir so viel geerntet, wie schon lange nicht.

Die weibliche Kürbisblüte ist inzwischen ein ausgewachsener, reifer Kürbis geworden.

Kuerbis

Die Pfirsiche waren noch nie so groß und so saftig und süß, obwohl die Blüte genau in die Zeit von Kälte und Schnee im April gefallen ist.

.Pfirsich

Der Chili ist rot, scharf  und reif. Ich habe heute ein „feuriges“ Kräutersalz probiert, meine Hände sind jetzt noch warm und gut durchblutet, vom entkernen und klein schneiden.

Und die Tomaten reifen und reifen, ich komme kaum nach mit Essen und verkochen.

Heidelbeeren gabe es heuer sehr wenige, nur auf der Schattseite und da über 1600 m, da die anderen früher geblüht haben und dem Schnee und der Kälte im April zum Opfer gefallen sind.

Sommerzeit- Erntezeit

Ein richtiges Wachstumswetter, jeden Tag Regen oder Gewitter und dabei warm. Rund ums Haus blüht und fruchtet es. Es zum Tomaten einkochen, Gurken essen oder verschenken. Zucchini füllen und essen usw. Ein richtiges Schlemmerleben.

Die Pizza/Pastasauce habe ich nach diesem Rezept gemacht und in kleine 100 ml und 200 ml Gläser gefüllt.

Der Mandarinensalbei hat knallrote Blüten und ein wunderbares Aroma.

Mandarinensalbei

Die Gurken sind sehr reichtragend, so dass wir kaum mit dem Essen nachkommen.

Gurke

wunderschöne, orange Kapuzinerkresse nach einem Regen beim Kürbis.

Kapuzinerkresse2

Der Koriander trägt reichlich Samen, bin neugierig, ob sie ausreifen.

Koriander4

Und zu guter letzt noch männliche und weibliche Hokkaidokürbisblüten, in der männlichen Blüte sind gleich 3 Besucher.

KuerbismaennlichKuerbis weiblich

Mein Problem mit der Beitragserstellung hat sich insofern gelöst, als ich dahinter gekommen bin, dass die Werkzeugleiste nur im Internet Explorer verschwunden ist. Im Google Chrome und im Firefox ist sie ganz normal sichtbar und verwendbar.

Probleme mit Beitragserstellung und Garten

Habe ein Problem mit der Beitragserstellung, da die Formatierungsleiste verschwunden ist. Auch Fotos einfügen ist erschwert. Da ich ein alles selber schreibe und auch die Fotos selber mache, bin ich darauf angewiesen, dass alles selbsterklärend ist. Diese Änderungen wurden nicht kommuniziert und ich hoffe, mit einem der nächsten updates regelt sich das wieder. Es wäre sehr schade, wenn ich keine Beiträge mehr gestalten könnte.

Meine 3 Lieblingsbasilikum zusammen in einem Pflanzkorb.

Herzgespann und Dost

Eine wahre Bienenweide sind Herzgespann, Dost und Lavendel. Vor allem Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge tummeln sich darauf.

weibliche Kürbisblüte

Die Kürbisblüten sind voll erblüht, männliche und weibliche, hoffen wir dass es eine gute Ernte wird.

Krimmler Achental

Vorige Woche war ich auf einer Wanderung im Krimmler Achental, ein wunderschönes Seitental der Salzach hin zu den Hohen Tauern. Es gibt viele, sehr liebevoll erhaltene Almhütten mit vielen Feuchtwiesen auf dem Talboden und ausgedehnten Zirbenwäldern an den Talseiten. Am Ende des Tals ist der Gletscher des Krimmler Kees, zugleich der Ursprung der Krimmler Ache.

Almhütte mit WasserkraftwerkGletscher Krimmler Achental

Zuerst ging`s mit dem Taxi bis zum Krimmler Tauernhaus, wo uns die vielen Schwalben auffielen.

Schwalbennest Krimmler TauernhausEingangstür Krimmler Tauenhaus

Das Tauernhaus war wichtige Herberge für die Säumer beim Übergang über den Krimmler Tauern nach Südtirol und ist heute eine ganzjährig bewirtschaftet Hütte für Wanderer, Bergsteiger und Radfahrer. Vom Tauernhaus sind wir zur Jaidbachalm gewandert, wo es eine sehenwerte Schaukäserei und eine wunderschöne Baumkapelle gibt.

Schaukaeserei Krimmler AchentalKapelle Krimmler AchentalBaumkapelle innen

Unterwegs sahen wir starke Einzelkämpfer, wie diese Fichte und eine blühende weibliche Brennnessel. Wir kamen auch bei der ehemaligen Zollstation vorbei, die bis zum Eintritt Österreichs  zur EU besetzt war.

Fichte Krimmler Achentalbluehende weibliche Brennnesselehemalige Zollstation Krimmler Achental

Talauswärts ging es nach einem Mittagessen im Krimmler Tauernhaus zu Fuss entlang der 2 Wasserfälle, die sehr viel Schmelzwasser hatten, bis nach Krimml. Über 380 m stürzt hier das Wasser hinunter und bieten ein eindrucksvolles Naturschauspiel.

Krimmler Wasserfall

Beulenschreck

Vor einiger Zeit habe ich einer Freundin mit kleinen Kindern einen Beulenschreck gegeben, hergestellt nach einem Rezept aus dem Buch „SOS Hustenzwerg“ von Ingrid Kleindienst-John. Das ist ein sehr liebevoll geschriebenes Buch für Eltern mit Kindern, wo man sich viele nützliche Anregungen holen kann.

Meine Freundin ist ganz begeistert über diesen Roll-on Beulenschreck. Kleine Verletzungen bei Kindern passieren schnell, rasche Hilfe bietet dann dieser Beulenschreck, zusammen mit etwas Trost. Blaue Flecken entstehen dann oft gar nicht mehr.

Das Rezept ist einfach:

  • ein 10 ml Roll-on
  • dazu 4 Tropfen Mandarine rot (auch für Babys  geeignet) oder Orange süß (für Kinder ab 1 Jahr)
  • 4 Tropfen Lavendel fein
  • 2 Tropfen Immortelle

Mit Jojobaöl aufüllen, roll on Verschluss reinstecken, beschriften und fertig. Hält lange, da Jojobaöl ein Wachs ist  und lange haltbar ist.

Beulenschreck ZutatenBeulenschreck

Kräuterwanderung mit Wolf Dieter Storl

Am Freitag den 26. Mai durfte ich bei einer Kräuterwanderung mit Wolf Dieter Storl am Hollersbacher Bienenlehrpfad dabei sein.

Storl

Wolf Dieter Storl ist ein deutsch-US-amerikanischer Kulturanthropologe, Ethnobotaniker und Buchautor. Er ist einer, der die Naturheilkunde und das Schamanentum in vielen Kulturen erforscht und gesehen hat und hat ein gewaltiges Wissen über die Geschichte der Pflanzen und der Pflanzenheilkunde. Es geht um Respekt vor der Natur und um Kommunikation und Intuition.

Während des Rundganges habe ich mir nur Stichwörter aufgeschrieben, die ich dann zu Hause ausarbeite. Folgende Pflanzen haben wir unter anderen getroffen:

  • Adlerfarn: die ganz jungen Sprosse wurden früher als Wildgemüse gegessen, wenn sie frisch aus dem Boden kommen, sehr kalihaltige Pflanze. Aus den Wurzeln wurde Mehl gemacht. Allerdings ist er giftig, er enthält Blausäureglykoside und als ausgewachsene Pflanze noch andere Gifte, so dass es vermutlich von der Menge der gegessenen Pflanze abhängt, wie man darauf reagiert. Auch bei Tieren kommt es zu Vergiftungserscheinungen, da die giftige Wirkung auch nach dem Trocknen weiter besteht.
  • Adlerfarn
  • Gamander Ehrenpreis: auch diese Ehrenpreisart mit den wunderschönen blauen Blüten ist heilkräftig und ein Symbol der Liebe. Liefert einen hervorragenden Frühlingstee zur Stärkung der Nerven.
  • Zinnkraut: wird sowohl in Eurasien als auch von den Indianern Nordamerikas auf dieselbe Art verwendet, daher bereits eine sehr alte Heilpflanze. Das Zinnkraut wird als Tee oder Abkochung als harntreibendes, durchspülendes und reinigendes und das Bindegewebe stärkendes Mittel getrunken. Die blassen Sporentriebe werden als Gemüse gegessen und die Speicherknollen werden wie Kartoffeln zubereitet. Dass die kieselhaltige Ackerschachtelhalmabkochung gut gegen die Lungentuberkulose eingesetzt werden kann, geht auf Pfarrer Kneipp zurück, der sich damit von der Lungenschwindsucht heilen konnte. Auch Knochen heilen schneller, gut für das Knorpelgewebe und die Gelenksflüssigkeit, auch das Bindegewebe wird gestärkt. Kieselsäure ist ein Vermittler von Licht. Man sollte die Pflanze allerdings genau kennen, da in der gleichen Gegend auch z.B. der Waldschachtelhalm wächst, der nicht verwendet werden soll. Das wichtigste Erkennungszeichen ist, dass das unterste Glied der Seitenäste deutlich länger ist, als das unterste Glied vom Haupttrieb. Zinnkraut enthält nicht nur bis zu 7 % Kieselsäure, sie ist eine Einschleuserpflanze und hilft auch bei der Aufnahme von Natrium und Magnesium.
  • AckerschachtelhalmWaldschachtelhalm
  • Fuchskreuzkraut oder Greiskraut: war ein heidnisches Wundkraut und hat eine blutstillende Wirkung auf die Gebärmutter (z.B. nach einem Abort). Inzwischen gibt es sogar Fertigpräparate auf dem Markt. Enthält Pyrrolizidinalkaloide, die je nach Art unterschiedlich giftig sind. In Mitteleuropa gibt es bis zu 30 unterschiedliche Arten des Greiskrautes, die teilweise schwer zu unterscheiden sind.
  • Huflattich: die Blätter habe eine wildlederartige Konsistenz. Lungenstärkend. Enthält Pyrrolizidin- Alkaloide und wurde wegen fraglicher wissenschaftlichen Untersuchungen Großteils verboten. Obwohl man beim normalen Gebrauch niemals die Mengen an Huflattich zu sich nehmen würde und könnte, damit sie schädigend wirken kann. Schädigende Pyrrolizidin- Alkaloide entstehen vor allem in unter Stress stehenden Pflanzen, die zu wenig Wasser oder haben, Blütenknospen, Blüten und ganz junge Laubblätter kann man daher für einen Tee oder Sirup sammeln und verwenden.
  • Kälberkropf: gehört zu den schwer zu bestimmenden Doldenblütlern.
  • Kälberkropf
  • Kohlkratzdistel: unterschiedliche Blattformen. Die ganz jungen Blätter können als kohlähnliches Gemüse gegessen werden.
  • Knotige Braunwurz: wurde bei „knotigen „ Erkrankungen wie geschwollenen Lymphknoten, Mandeln, Geschwüren gebraucht. Sie hat einen guten Einfluss auf das Lymphsystem und die Haut. Leicht giftig durch die enthaltenen Glykoside, Verwendung vor allem äußerlich als Salbe, Öl oder Tinktur.
  • knotige Braunwurz
  • Rudolf Fritz Wals: Rudolf Fritz Weiss war ein deutscher Facharzt für Innere Medizin und Professor für Phytotherapie. Er gilt als Begründer der wissenschaftlichen Pflanzenheilkunde.
  • Pflanzengrün ist der Ätherleib der Erde, Tiere sind die Seele und der Mensch ist die Verkörperung des geistigen.
  • Eberesche= Aberesche. Der am nördlichsten wachsende Baum, einiger Baum in Island. Beeren getrocknet und als Tee – Lymphsystemstärkend.
  • Giersch– gute Wirkung auf Drüsen- Gichtmittel. 3 kantiger Stängel.
  • Die Indianer sehen 4 Seelen in einer gesunden Wildpflanze, die man aufnimmt um gesund zu bleiben. Fehlen einige Seelen, wie z.B. in unserer Supermarktnahrung, dann kranken Körper und Seele.
  • Engelwurz: Die Wurzeln der einjährigen Waldengelwurz wird als stärkendes Allheilmittel verwendet. Schutzpflanze erkennbar an den Hüllblättern und den guten Geruch. Stärkt das Immunsystem und die Nerven.

Pflanzen- und Tierwelt

Nach dem heftigen Wintereinbrüchen im April am 19. und am 28. April geht die Natur langsam wieder zur Normalität über. Es liegt zwar noch immer sehr viel Schnee bis ca. 1800 m, aber es gibt momentan keinen Morgenfrost mehr. So konnte ich auch empfindliche Pflanzen wie Zucchini und Kürbis aussetzen. Auch alle anderen Gartenpflanzen, Blumen, Gemüse und Kräuter sind ausgesät, gesetzt und gepflanzt.

Schneemann nepalesich

Bei den Kartoffeln hat sich der Spruch wieder bewahrheitet:

Setzt mi im April, kumm i wann i will

Setzt mi im Mai, kumm ich glei.

Die Kartoffeln auf dem Bild wurden am Karsamstag, also am 15. April gesetzt und jetzt genau 1 Monat später kommen die ersten aus dem Boden.

 Kartoffelfeld

Die roten Schnecken sind heuer sichtlich beleidigt und (fast) noch nicht vorhanden, hinter dem Haus lebt aber eine Waldschnecke, die fleißig hin und her wandert.

Waldschnecke

 

Wintereinbruch

Gestern begann es zaghaft zu schneien, heute in der Früh lagen ca. 10 cm Schnee und es wehte ein eiskalter Nordwind. Eine schwere Zeit für Tiere und Pflanzen. Die Vögel suchen nach Nahrungsmittel, die bereits aufgegangenen Pflanzen werden von der Schneelast niedergedrückt und die blühenden Bäume haben niemanden der die Blüten besuchen könnte. Bienen, Hummel und Wildbienen können bei solchen Wetterbedingungen nicht fliegen. Noch mehr fürchte ich allerdings den angesagten Frost, wenn es aufklart und keine Wolkendecke mehr die Kälte aus dem Norden abhält. Dieser Wintereinbruch findet fast um die gleiche Zeit wie voriges Jahr statt, auch da haben die Kirschen und die Birnen geblüht und der Fruchtertrag war dann sehr mager. Mal schauen, was dann heuer an Früchten übrig bleibt.

TulpeSchneeSchneemannBlumen im Schnee