Haustee und Wildkräutersalz

„Es muass auf nackerte Lärchen schneibm

Bevor der Schnee kann lieben bleibm.“

An diesen Spruch muss ich denken, wenn ich aus dem Fenster schaue. Die Lärchen sind noch bis auf fast 1700 m gelb und leuchten aus dem dunklen Fichtenwald heraus. Der Winter hat sich auf ca. diese Höhe zurückgezogen, der Schnee ist wieder geschmolzen. Es war gut für die Natur, dass der Winter einen Vorboten geschickt hat. Die Pflanzen ziehen sich zurück und verschwenden keine Kraft auf ein unnötiges, verfrühtes Austreiben. Das Laub lässt sich gut zusammenrechen und wird auf einen Laubkomposthaufen gebracht, wo es Zeit hat zu verrotten. Der Sommeraufbau vom Frühbeet wird abgeräumt und es bekommt die Isolierplatten für den Winter, damit die roten Rüben, der Sellerie und ein paar schwarze Radi noch weiter wachsen können.

Ich habe auch meine getrockneten Schätze durchgeschaut und einen Haustee und ein Wildkräutersalz gemacht.

Für den Haustee habe ich die folgenden Blüten und Blätter gemischt, einfach die Menge die ich hatte oder ungefähr 10-20 g: Algiermalve, Gänseblümchen, Goldnessel, Himbeerblätter, Kornblume, Orangen Tagetes, Ringelblume, Rose, Schafgarbe, Stiefmütterchen, weiße- und Zitronenmelisse, Zitronenagastache, Zitronenstrauch.

Haustee

Das war ein unglaubliches Dufterlebnis und auch Geschmack und Aussehen sind sehr gut. Abgefüllt in kleine Säckchen habe ich gleich passende Geschenke.

Haustee abgepackt

Auch beim Wildkräutersalz habe ich es so gemacht und anders als bei meinem 10 Kräutersalz, wo ich von jedem Kraut die gleiche Menge nehme, hier das genommen was ich hatte. Herausgekommen ist ein sehr aromatisches Kräutersalz mit wertvollem Steinsalz vermischt.

Verwendet habe ich folgende Kräuter und Blüten: Steinsalz, Beifuß, Bohnenkraut, Brennnessel, Goldnesselblüten, Gundermann, Kerbel,,Löwenzahn, Orangenthymian, Quendel, Salbeiblüten, Schnittknoblauch, Spitzwegerich, Schafgarbe.

Wildkrauersalz_jpg

 

Gemüsewürze

Es ist wieder Zeit eine Gemüsewürze zu machen. Dazu sammle ich Lauch, Selleriewurzeln und -blätter, 1 Zwiebel, ein paar Knoblauchzehen, 2 Paprika und 2 Tomaten und gebe dazu noch gekaufte Pastinaken, Petersilienwurzel und Karotten vom COOPinzgau. Über das COOPinzgau kann man biologische, regionale und faire Lebensmittel beziehen. Bis Dienstag Mittag bestellen, dann kann man die Waren am Samstag abholen. Gemüse, Obst, Milch, Fleisch etc.  stammt von den Bauern in der näheren Umgebung. Da man nicht alles selber anbauen kann, ist das für mich die ideale Ergänzung.

Wie man eine Gemüsewürze macht, habe ich bereits hier beschrieben. Wichtig ist der 25 % Salzanteil, um eine gute Haltbarkeit zu haben. Heuer habe ich Steinsalz genommen.

Zutaten GemuesewuerzeGemuesewuerze und Steinsalz

Klee im Schnee

Während es im Tal noch das letzte Gemüse und Obst zu ernten gibt, ist es auf den Bergen auf 2000 m bereits winterlich.

Gestern war die letzte Bergfahrt der Wildkogelbahnen im heurigen Sommer und wir haben die Gelegenheit genutzt, ein letztes Mal den Berg hochzufahren, bevor die Bahnen bis zum Beginn der Wintersaison eine Pause einlegen. Im Tal war etwas Sonne, oben war Nebel und leichter Schneefall. Es war genug Schnee für eine kleine Schneeballschlacht, der Klee neben dem Weg schaut noch etwas aus dem Schnee heraus. Eine einsame Wanderin hat Preiselbeeren gesucht.

Aussicht RestaurantKinderparadiesKlee im Schnee1Wildkogel Preiselbeer

Bilanz einer Garten- und Waldsaison

Meine Bilanz der heurigen Gartensaison fällt durchwachsen aus.

Durch den kalten Mai gab es weniger oder fast kein Obst. Ein paar Zwetschen, fast keine Kirschen, 8 sehr gute und große Marillen, etwas mehr Pfirsiche. Auch die Williams Birne, die jedes Jahr so viel getragen hat, dass wir mit dem Verarbeiten und Verschenken fast nicht nachgekommen sind, hat heuer weniger Früchte. Eine Art Pilz hat die Blätter befallen, der Baum hat dann vermehrt neue Blätter gemacht und vermutlich nicht so viel Kraft für die Birnen gehabt. Die Apfelbäume tragen nur vereinzelt Früchte, da es gerade bei der Apfelblüte sehr nass und kalt war.

Auch der Weinstock wurde von einem Pilz befallen, die meisten Trauben sind abgefallen. Erst jetzt durch das trockene Wetter erholt sich der Weinstock.

Im Garten waren zuerst weniger rote Schnecken, durch das nasse Wetter im Sommer haben sie sich aber rasant vermehrt, so dass viele Pflanzen nicht wachsen konnten, weil ihnen die Schnecken zugesetzt haben. Auch diese Pflanzen, wie z.B. die Knollensellerie und der Sprossenkohl treiben jetzt an und bilden vermehrt Blätter. Hochwachsende Pflanzen, wie die Stangenbohnen haben sehr gut getragen. Die Gurkenernte war extrem gut, wir haben mehr als die Hälfte verschenkt, da wir niemals so viel essen hätten können (von 4 Pflanzen). Heute habe ich die überflüssigen Triebe zurückgeschnitten und 3 Gurken geerntet, 7 verbleiben noch auf der Pflanze.

Sehr gut gewachsen sind die Tomaten und die Paprika, sie sind vom Haus geschützt, deshalb hat ihnen der Regen nichts ausgemacht.

Wir hatten genug Ribisel, rote und schwarze, ein paar Himbeeren, sehr viele Tayberry (eine Kreuzung aus Himbeere und Brombeere, sehr gut) und sehr viele Brombeeren.

Die Kräuterernte war gut, man musste nur die trockenen Tage nutzen und sammeln und trocknen. Ein Warten auf ein paar sonnige Tage war meist nicht gut.

Auch die Früchte des Waldes wie Schwammerl und Heidelbeeren habe ich gesucht und gefunden. Gestern war ich dann auf der Suche nach Preiselbeeren, auch hier ein Abbild dieses Sommers: von blühenden! Sträuchern bis zu grünen, roten und überreifen Preiselbeeren war alles auf einen Fleck. Das Sammeln daher schwierig, denn die grünen sollten noch auf den Sträuchern reifen und die überreifen sind schon beim hin greifen heruntergefallen.

Alles in allem bin ich dankbar für das was wir geerntet haben und ich bin auch froh, dass wir nicht mehr wie früher von dem überleben müssen, was Wald und Wiese hergegeben haben. Denn dann würde es schwierig sein, mit dieser Ernte bis zum Frühjahr zu überleben.

Spinnen

Vermutlich war heuer ein gutes Jahr für die Spinnen. 2 davon habe ich fotografiert.

Die Gartenkreuzspinne (Araneus diadematus), am weißen Kreuz erkennbar, hat sehr viele kleine Mücken in ihrem Netz gefangen und ist gerade dabei eine Fliege aufzuarbeiten. Sie war Spinne des Jahres 2010. Sie zählt zu den Radnetzspinnen und ist nicht gefährdet.

Kreuzspinne

Kreuzspinnen ernähren sich von allen Insekten, die sie in ihren Netzen fangen können, auch von Wespen, Hummeln, Bienen, Fliegen und Schmetterlingen. Die im Netz gefangene Beute wird von der Spinne gebissen und mit einem Sekretband variierender Breite aus den Spinndrüsen umwickelt. Sie dreht die Beute dabei schnell mit ihren Beinen. Beim Biss abgegebene Verdauungsenzyme zersetzen das Innere der Beute. Wenn die Spinne satt ist, spinnt sie ihre Beute erst ein und hängt sie als Vorrat in ihr Netz.

Kreuzspinnen können mit ihrem Biss die menschliche Haut nur an ihren dünnsten Stellen durchdringen. Der Biss ist nur unangenehm und medizinisch ohne langfristige Folgen, er kann jedoch deutlich wahrnehmbare Symptome hervorrufen.

Die Wespenspinne (Argiope bruennichi) aus der Familie der echten Radnetzspinnen,  hat sich heuer einen besonderen Platz ausgesucht, um das Kokon für ihren Nachwuchs zu platzieren. Im ersten Moment habe ich gedacht, unser Kaktus blüht nach über 20 Jahren wieder. Dann habe ich gesehen, dass eine Wespenspinne gerade dabei ist, das Kokon fertig zu stellen.

WespenspinneWespenspinne9

Über die Wespenspinne habe ich bereits hier geschrieben. Die Wespenspinne war bis vor 50 Jahren vor allem in Südeuropa verbreitet, in Mitteleuropa sehr selten. Mittlerweile ist sie in fast allen europäischen und in einigen asiatischen und nordafrikanischen Ländern anzutreffen.

Die Beute besteht vor allem aus Heuschrecken, Bienen, Mücken usw. Ab Ende August legen die Weibchen ihre Eier in kugelförmige, bräunliche Kokons. Die Jungspinnen, die schon bald schlüpfen, überwintern im gut getarnten Kokon, sobald es für sie warm genug ist, verlassen sie den Kokon und entwickeln sich sehr schnell zu erwachsenen Spinnen. Das Gift ist für den Mensch nicht gefährlich, kann aber Schwellungen und Rötungen hervorrufen.

Da ich den Kaktus im Herbst wieder ins Haus bringe, werde ich das Kokon vorher entfernen und an eine andere Stelle zum Überwintern bringen.

Flohsamen

Flohkraut, indischer Flohsamen

Gehört zu den Wegerichgewächsen und ist mit unserem Spitz- und Breitwegerich verwandt. Auch diese enthalten in ihrem Samen Pflanzenschleime und könnten als mild wirkender Flohsamen „von der Wiese“ gelten. Häufig werden nur die Samenschalen verwendet, weil die Schleimstoffe ausschließlich in der Samenschale sind. Sie besitzen ein 4-mal höheres Quellvermögen und können eine Wassermenge von bis zum 40-fachen ihres Gewichtes binden.

Inhaltsstoffe

10-30 % Schleimstoffe,

Wirkung/Indikationen

Regulierend auf die Darmperistaltik bei Verstopfung, weil durch Wasserbindung ein erhöhter Füllungsdruck entsteht.

Anwendungsformen und Tagesdosis

1 TL Flohsamen mit 200 ml Wasser oder auch Suppe einnehmen und rasch 2 Tassen Wasser nachtrinken.

Tagesdosis: 12-40 g (1 TL=5 g), bzw. 10-20 g Flohsamenschalen

Flohsamen

Höhenwanderung

So ein Regentag hat auch seine Vorteile, ich habe jetzt Zeit über unsere Höhenwanderung auf dem Wildkogel zu berichten. Der Schnee ist seit einigen Wochen weg und die Natur versucht in der kurzen Zeit alles nachzuholen. Einige der Pflanzen musste ich erst zu Hause bestimmen, wie den grauen Alpendost und Hallers Wucherblume, andere haben ein anderes Aussehen als unten im Tal, so wie der Minilöwenzahn.

Ich habe nur eine kleine Variante der Alpenrose fotografiert, sie kann bis zu 1,5 m groß werden und bedeckt teilweise große Flächen. Sie gehört zu den Rhododendren und ist zusammen mit dem Zwergwacholder ein Rohbodenpionier, das heißt sie besiedelt neue, noch vegetationsfreie Gebiete.

Alpenrose

Die Preiselbeeren sind fleißig beim Blühen, hoffentlich gibt es dann im Herbst eine gute Ernte, so wie voriges Jahr. Über die Preiselbeeren habe ich bereits hier geschrieben, sie ist nicht nur heilsam sondern auch ein guter Durstlöscher. Ich trinke sehr gerne ein „Granggn Wasser“ (Preiselbeerwasser), wenn ich im Winter beim Schifahren oder im Sommer beim Radfahren auf Hütten einkehre.

bluehende Preiselbeeren

Der Frühlingsenzian leuchtet bereits von Weitem in seinem wunderschönem Blau.

Fruehlingsenzian

Der graue Alpendost oder auch das Alpenpestkraut genannt ist eine ausdauernde, krautige Pflanze aus der Familie der Korbblütler und fällt durch seine großen Blätter (können bis zu 50 cm groß werden) auf.

grauerAlpendost

Hallers Wucherblume ist einer kleinen Margerite sehr ähnlich. Von diesem Korbblütler gibt es viele ähnliche Arten, die sich vor allem durch die Blattform unterscheiden. Vermutlich ist es die hornblattähnliche Wucherblume, die ich fotografiert habe.

Hallers Wucherblume

Die kleine Bibernelle, auch Steinpetersilie genannt, wird auch medizinisch genutzt. Die heilkräftige Bibernellwurzel hatte eine wichtige Bedeutung in der Volksheilkunde: „Esst Baldrian und Bibernell, so sterbts net so schnell“, soll einer Sage nach ein Vöglein zu Pestzeiten empfohlen haben. Hilfreich ist die Wurzel vor allem bei Erkältungen und Bronchitis mit Verschleimung. In der Likörindustrie wird die Wurzel auch zur Aromatisierung von Magenbittern eingesetzt. Die Pflanze hat einen würzigen Geruch, einen würzigen Geschmack und einen scharfen, beißenden Nachgeschmack.

kleine Bibernelle

Diesen Minilöwenzahn habe ich auf der Nordseite eines Hangs gefunden, wo der Schnee vermutlich erst seit einigen Wochen weg ist. Im Gegensatz zu den teilweise riesigen Blättern des Löwenzahn im Tal, waren diese hier höchstens 2-3 cm lang und haben unglaublich gesund und knackig ausgeschaut.

Miniloewenzahn

Über die Heilqualitäten des Quendel oder wilden Thymians habe ich schon mehrmals geschrieben, hier über den Quendel und hier als Quendelalbe.

Quendel

Die wunderschönen Fruchtstände der Alpenkuhschelle waren bereit für den Flug.

Alpenkuhschelle

Auch einen gerade blühenden gelben Enzian haben wir gesehen, einige Wochen später als im Tal im Hollersbacher Kräutergarten. Der gelbe Enzian kann bis zu 60 Jahre alt werden, erst mit 10 Jahren fängt er an zu blühen. Seine bis zu 7 kg schwere Wurzel hat von den einheimischen Pflanzen den höchsten Bitterwert (10 000). Weil der gelbe Enzian so gut wie keine Gerbstoffe enthält, wirkt er nicht magenreizend, und die tonisierende Bitterwirkung kommt isoliert und intensiv zur Wirkung. Besonders geeignet für Menschen mit körperlichen oder seelischen Schwächezuständen oder nach längeren Infektionskrankheiten.

gelberenzian

Gestern bei Regen habe ich diesen Beitrag angefangen, heute liegt auf all diesen Blüten eine Schneedecke, denn heute Nacht war ein Wettersturz und es hat bis auf ca. 1800 m heruntergeschneit. Das zeigt wieder einmal wie hart das Überleben auf dem Berg ist und um wie viel mehr Lebenskraft diese Pflanzen haben müssen, um zu überleben.

Hollersbacher Kräutergarten

Ein kleiner Fotorundgang durch den Hollersbacher Kräutergarten. Wer einmal in dieser Gegend im Oberpinzgau ist, sollte sich den Kräutergarten unbedingt anschauen. Man findet da bei freiem Zugang über 400 Kräuter, Bäume und Sträucher. Ausgehend vom Themenbereich „Kräutersonne“ kann man viele Pflanzen im „Kräuterstern“, „Kräutermond“, im Bauerngarten und in verschiedenen anderen Bereichen entdecken, anschauen und befühlen. Ein begehbarer ökologischer Fußabdruck rundet das Ganze ab.

Beim gelben Enzian sieht man sehr schön die kreuzgegenständigen Blätter, im Gegensatz zum weißen Germer, der tödlich giftig ist und wechselständige Blätter hat. Leider kommt es immer wieder zu Verwechslungen und zu schweren Vergiftungen, wenn die Wurzeln gegraben werden. Der gelbe Enzian wird als Heilpflanze und vor allem zur Herstellung des Enzianschnapses gesammelt.

gelber Enzianweißer und schwarzer Germer

Sehr schön auch diese große Mohnblume und der Zierlauch.

MohnblumeZierlauch

Auch bei der Mariendistel erkennt man sehr schön die charakteristischen weißen Flecken auf den Blättern. Laut einer alten Sage fielen ein paar Tropfen der kostbaren Muttermilch der Jungfrau Maria auf eine gewöhnliche Distel, seitdem sind die Blätter der Mariendistel weiß-grün marmoriert. Sie ist leberstärkend und -schützend und regt den Gallenfluss an. Lebervergiftungen können mit Silymarin (ein Wirkstoff aus den Samen) behandelt werden. Mariendistel ist eines der bestuntersuchten pflanzlichen Lebertherapeutikum, sie verbessert sowohl das Allgemeinbefinden als auch die wichtigsten Leberfunktionsparameter wesentlich.

Mariendistel

Und zuletzt, natürlich in Hollersbach, die wunderschönen Hollerblüten. Genau richtig um ein Hollerkracherl oder einen Hollerdicksaft zu machen.

Holunder

Gehäuseschnecken

Heuer gibt es besonders viele Gehäuseschnecken und weniger Nacktschnecken (hoffentlich bleibt es so). Vermutlich haben die Gehäuseschnecken den Winter, das zuerst trockene und dann kalte Frühjahr besser überstanden. Wie weit das Gerücht stimmt, das Gehäuseschnecken die Eier von Nacktschnecken fressen weiß ich nicht, ich bin nur froh, wenn die Gemüsepflanzen einigermaßen gut überleben. Im Gegensatz zu den Nacktschnecken, die Allesfresser sind, auch Tiere sind vor ihnen nicht sicher, fressen die Gehäuseschnecken vor allem welke Nahrung.

Auf dieser Seite von Martina Berg habe ich folgende Beschreibung gefunden:

Zunächst eine kurze Vorstellung unserer zwei Hauptakteure:

Die Bänderschnecke (Cepaea) ist die bekannteste Gehäuseschnecke Deutschlands. Sie hat ein etwa 2 cm großes Häuschen, das sehr unterschiedlich gefärbt sein kann: gelb, rosarot, bräunlich, mit oder ohne schwarze Streifen. Ihr Körper hat in etwa die Farbe menschlicher Haut. Man findet sie in jedem Garten und fast jedem Fleckchen, auf dem Grünes wächst.

Baenderschnecke

Wesentlich größer ist mit einem Gehäusedurchmesser von 5 bis 7 Zentimetern und einer Körperlänge von bis zu zehn Zentimetern die Weinbergschnecke (Helix pomatia). Die Farbe ihres Hauses reicht von hellgrau bis dunkelbraun, der Körper ist beigefarben, manchmal auch grau.

Schnecken

Die Schneckengehäuse sind recht hart, sie bestehen aus Kalk. Ohne ihr Gehäuse können Gehäuseschnecken nicht überleben. Kleinere Beschädigungen können sie reparieren. Sobald aber das dünne Häutchen unter der Schale beschädigt wird, muss die Schnecke sterben. In ihr Haus zieht sich eine Schnecke zurück, um sich vor Fressfeinden, Trockenheit und Kälte zu schützen.

Erst im Alter von drei Jahren ist eine Schnecke ausgewachsen. Bis dahin baut sie ständig an ihrem Haus. Die schmalen Zuwachsstreifen kann man deutlich sehen, wie sehen wie Rillen aus. Ein neu gebildeter Hausteil ist eine Zeitlang durchsichtig und noch weich und empfindlich. Ein harter, etwas nach außen zeigender Rand ist das Zeichen für das Ende des Wachstums.

Der Schneckenkörper außerhalb des Gehäuses besteht aus dem Kopf mit einem langen und einem kurzen Fühlerpaar, dem Fuß mit dem Schwanzteil, einer Hautfalte zwischen dem Körper und dem Schneckenhaus und dem Körper mit der gut sichtbaren Atemöffnung. In den oberen, längeren Fühlern sitzen die Augen, die man als schwarze Punkte erkennen kann.

Schnecken gleiten über einen Schleimfilm, der von einer Fußdrüse erzeugt wird und ganz vorne, direkt unterhalb der Mundöffnung austritt. Mit wellenförmigen Bewegungen der Fußsohle können sie so selbst über harte und scharfe Gegenstände kriechen, ohne sich zu verletzen.

Weinbergschnecken halten sich am liebsten an schattigen und feuchten Orten auf. Um der Sonne zu entgehen, sind sie meist nachts unterwegs. Die kleineren Bänderschnecken sieht man auch oft tagsüber auf Büschen und Bäumen. Warmes Regenwetter lieben alle Gehäuseschnecken, dann sind sie sehr aktiv.

Schnecken haben viele Fressfeinde und sind daher sehr gefährdet. Für Singdrosseln, Mäuse, Igel und Laufenten sind sie leckere Nahrung. Auch wir Menschen sind Schneckenfeinde: im Garten verstreuen wir Schneckenkorn, an dem nicht nur die gefräßigen Nacktschnecken verenden. Weinbergschnecken landen zudem auch als Delikatessen auf manchen Tellern. In Deutschland und einigen anderen europäischen Ländern stehen Weinbergschnecken mittlerweile unter Naturschutz.

Die Aktivitäten der Gehäuseschnecken werden von teilweise recht langen Ruhephasen unterbrochen: der Sommerruhe (auch Trockenstarre genannt) bei besonders trockener, warmer Witterung und dem Winterschlaf, der drei bis vier Monate dauert. Im Spätsommer müssen Schnecken sehr viel fressen, um den Winterschlaf gut zu überstehen. Denn während dieser Zeit leben sie nur von ihrer Substanz.

Neben allerhand Blättern, Grünzeug und verfaulten Pflanzenteilen fressen Schnecken auch Erde. Den nötigen Kalk für ihren Gehäuseaufbau raspeln sie von Steinen und Mauern ab. Das Grün wird zunächst vom Rand her angeknabbert. Im Maul wird die Nahrung dann mit der „Radula“ zerkleinert. Das ist eine mit zahllosen spitzen Zähnchen gespickte Reibplatte auf der Zunge.

Die Paarungszeit der Schnecken beginnt im Frühsommer. Schnecken sind Zwitter, sie sind Weiblein und Männlein zugleich. Jedes Tier hat sowohl Eier als auch Samen in seinen Geschlechtsorganen. Weinbergschnecken und Bänderschnecken werden mit etwa 3 Jahren geschlechtsreif.

Vor der eigentlichen Paarung zeigen Schnecken einander durch einen sogenannten Liebespfeil ihre Paarungsbereitschaft. Dieser aus Kalk bestehende, etwa 5 mm lange Pfeil wird in die Fußsohle des Partners gestoßen, wo er aber nicht steckenbleibt. Danach tritt an der rechten Kopfseite der Begattungsteil hervor. Mit dieser weißlichen Ausstülpung übergeben sie der anderen Schnecke den Samen in die Geschlechtsöffnung, die sich ebenfalls an der rechten Kopfseite befindet.

Weinbergschnecken sind übrigens sehr ausdauernde Liebhaber: ihr Vorspiel kann mehrere Stunden dauern und nach der eigentlichen Paarung schlafen sie oft mit den Fußsohlen aneinandergeklebt erschöpft ein.

Die Eier reifen innerhalb von sechs bis acht Wochen nach der Paarung heran. Die legende Schnecke sucht sich einen ruhigen Platz an dem sie mit ihrem Fuß ein Loch gräbt. In diese Höhle legt sie 30 bis 60 winzig kleine, milchglasfarbene Eier ab. Diese Arbeit ist sehr anstrengend und dauert häufig einen ganzen Tag. Danach überlässt sie die Eier ihrem Schicksal – so etwas wie Brutpflege kennen Schnecken nicht.

Innerhalb von etwa zwei Wochen entwickeln sich nun die Jungschnecken, die mit einem fertigen Gehäuse aus den Eiern schlüpfen. Zunächst fressen sie die kalkhaltige Erde ihrer Geburtshöhle. Erst nach drei weiteren Wochen graben sie sich dann endlich an die Oberfläche. Dann dauert es noch einige Wochen, bis sie dann Pflanzen fressen.

Die Häuschen der Jungschnecken sind anfangs noch durchsichtig. So kann man sehr schön beobachten, wie sich der winzige Schneckenkörper ins Schneckenhaus zurückzieht. Die Gehäuse haben zunächst nur zwei Windungen. Bei ausgewachsenen Schnecken sind es vier bis fünf Windungen.

Das Gehäuse der Weinbergschnecke wächst verhältnismäßig schnell und verfärbt sich ins Graubraune. Bänderschnecken hingegen wachsen nur langsam und ihr Gehäuse bleibt recht lange durchsichtig-beige. Erst im Spätherbst entwickeln sich aus den nahezu farblosen Schalen die schönsten rosafarbenen, gelbfarbenen oder gestreiften Häuschen. Die Farbvielfalt bei den Bänderschnecken ist sehr vielfältig.

Weinbergschnecken sind recht langlebig, sie können in der Natur 8 Jahre alt werden. Die viel kleineren Bänderschnecken können in menschlicher Obhut ein Alter von etwa 9 Jahren erreichen. In freier Wildbahn werden sie etwa 4 Jahre alt.

Bei Wintereinbruch graben sich die Schnecken in die Erde ein oder suchen sich ein warmes, sicheres Plätzchen in einem Laubhaufen. Die Gehäuseöffnung schützen sie mit einer Schutzschicht, die sie aus Schleim bilden. Dann halten sie einen Winterschlaf, der drei bis vier Monate dauert.

Weinbergschnecken bilden zum Schutz einen etwas einen Millimeter dicken Kalkdeckel. Dieser hält die Kälte ab und verhindert die Austrocknung der Schnecke. Wird es kälter, dann zieht sich die Schnecke immer weiter in ihr Haus zurück und verstärkt den Deckel mit weiteren Schichten. Bis zu sechsmal kann dies geschehen.

So machen ihnen selbst Temperaturen bis weit unter null Grad nichts aus. Während des Winterschlafes sind die Lebensfunktionen einer Schnecke stark reduziert. Sie atmen nur noch sehr langsam. Ganz ohne Luft geht es aber nicht und so hat jeder Deckel eine Art Luftloch, das allerdings mit bloßem Auge nicht zu erkennen ist. Den Winter über zehren die Schnecken nun von ihrer Körpersubstanz und verlieren bis zum Frühjahr sehr stark an Gewicht.

Wenn es dann im Frühling wieder wärmer wird und die Erde vom Regen locker wird, wachen die Schnecken auf und kriechen aus ihrem Versteck hervor. Die Weinbergschnecken brechen den schützenden Kalkdeckel mit dem Fuß auf und lassen die nun überflüssige „Tür“ einfach liegen. Dann suchen sie völlig ausgehungert sofort nach saftigem Grünzeug.

Die Bänderschnecken haben kein so festes Schutzdeckelchen, das zurückbleibt. Deshalb kann man bei ihnen später nicht sehen, wo sie überwintert haben. Nicht alle Schnecken überleben den Winter. Möglicherweise waren sie nicht fett genug oder der Winter war einfach zu hart oder der gewählte Überwinterungsort war ungeeignet. Und so verhungern oder erfrieren oder vertrocknen diese Tiere dann.

Die Überlebenden müssen nun schnell wieder an Gewicht zunehmen, um sich an einem neuen Schneckenjahr erfreuen zu können. Sie streifen nun wieder durch die Gegend und hinterlassen ihre glitzernden Schleimspuren. Und im Spätsommer sorgen sie wieder für eine neue Schneckengeneration.

Eine weitere Verwandte ist die Baumschnecke oder gefleckte Schnirkelschnecke.

Baumschnecke

Wesentlich kleiner sind die Schliessmundschnecken, nur 10-12 mm groß und ein turmartiges, spindelförmiges Gehäuse haben. Sie leben von Algen, die sie von alten Gemäuer und Steinen abraspeln.

Schliessmundschnecke

Waldsalz

Nachdem mir das vorige Jahr das Waldsalz gelungen ist, habe ich heuer wieder eines gemacht, angelehnt an das Rezept von Renate Leitner: Kräutersalz.

Waldsalz

Zutaten:

  • 300 g Steinsalz, Natur
  • 15 Zweige Labkraut mit Blütenknospen (die letzten 5-10 cm)
  • 15 EL kleingehackte Fichten- und Tannensprossen
  • 6 Zweige Dost (wilder Oregano), 6 Zweige Quendel
  • 1 1/2 TL Fenchel, 1 1/2 TL Anis
  • 3 Kardamonkapseln
  • 3 EL schwarzer Pfeffer
  • 3 TL Kümmel
  • etwas Vanille

Zubereitung: Labkraut, Dost und Quendel von den harten Stängel zupfen und klein hacken. Fichten und Tannenwipfel fein hacken, mit einer Hälfte Salz mischen. Gewürze mahlen und mit der anderen Hälfte Salz mischen. Alles zusammen mischen und noch einmal mahlen. In ein Glas füllen und ein paar Tage im Kühlschrank ziehen lassen. Trocknen und bei Bedarf nochmals mahlen. Abfüllen und etikettieren.

Verwendung: passt gut zu Gegrilltem, Wild, Ente, Lammragouts, Rindsbraten, Kartoffel. Auch für Fisch zu empfehlen.

Waldsalz2Waldsalz4Waldsalz5