Flohsamen

Flohkraut, indischer Flohsamen

Gehört zu den Wegerichgewächsen und ist mit unserem Spitz- und Breitwegerich verwandt. Auch diese enthalten in ihrem Samen Pflanzenschleime und könnten als mild wirkender Flohsamen „von der Wiese“ gelten. Häufig werden nur die Samenschalen verwendet, weil die Schleimstoffe ausschließlich in der Samenschale sind. Sie besitzen ein 4-mal höheres Quellvermögen und können eine Wassermenge von bis zum 40-fachen ihres Gewichtes binden.

Inhaltsstoffe

10-30 % Schleimstoffe,

Wirkung/Indikationen

Regulierend auf die Darmperistaltik bei Verstopfung, weil durch Wasserbindung ein erhöhter Füllungsdruck entsteht.

Anwendungsformen und Tagesdosis

1 TL Flohsamen mit 200 ml Wasser oder auch Suppe einnehmen und rasch 2 Tassen Wasser nachtrinken.

Tagesdosis: 12-40 g (1 TL=5 g), bzw. 10-20 g Flohsamenschalen

Flohsamen

Höhenwanderung

So ein Regentag hat auch seine Vorteile, ich habe jetzt Zeit über unsere Höhenwanderung auf dem Wildkogel zu berichten. Der Schnee ist seit einigen Wochen weg und die Natur versucht in der kurzen Zeit alles nachzuholen. Einige der Pflanzen musste ich erst zu Hause bestimmen, wie den grauen Alpendost und Hallers Wucherblume, andere haben ein anderes Aussehen als unten im Tal, so wie der Minilöwenzahn.

Ich habe nur eine kleine Variante der Alpenrose fotografiert, sie kann bis zu 1,5 m groß werden und bedeckt teilweise große Flächen. Sie gehört zu den Rhododendren und ist zusammen mit dem Zwergwacholder ein Rohbodenpionier, das heißt sie besiedelt neue, noch vegetationsfreie Gebiete.

Alpenrose

Die Preiselbeeren sind fleißig beim Blühen, hoffentlich gibt es dann im Herbst eine gute Ernte, so wie voriges Jahr. Über die Preiselbeeren habe ich bereits hier geschrieben, sie ist nicht nur heilsam sondern auch ein guter Durstlöscher. Ich trinke sehr gerne ein „Granggn Wasser“ (Preiselbeerwasser), wenn ich im Winter beim Schifahren oder im Sommer beim Radfahren auf Hütten einkehre.

bluehende Preiselbeeren

Der Frühlingsenzian leuchtet bereits von Weitem in seinem wunderschönem Blau.

Fruehlingsenzian

Der graue Alpendost oder auch das Alpenpestkraut genannt ist eine ausdauernde, krautige Pflanze aus der Familie der Korbblütler und fällt durch seine großen Blätter (können bis zu 50 cm groß werden) auf.

grauerAlpendost

Hallers Wucherblume ist einer kleinen Margerite sehr ähnlich. Von diesem Korbblütler gibt es viele ähnliche Arten, die sich vor allem durch die Blattform unterscheiden. Vermutlich ist es die hornblattähnliche Wucherblume, die ich fotografiert habe.

Hallers Wucherblume

Die kleine Bibernelle, auch Steinpetersilie genannt, wird auch medizinisch genutzt. Die heilkräftige Bibernellwurzel hatte eine wichtige Bedeutung in der Volksheilkunde: „Esst Baldrian und Bibernell, so sterbts net so schnell“, soll einer Sage nach ein Vöglein zu Pestzeiten empfohlen haben. Hilfreich ist die Wurzel vor allem bei Erkältungen und Bronchitis mit Verschleimung. In der Likörindustrie wird die Wurzel auch zur Aromatisierung von Magenbittern eingesetzt. Die Pflanze hat einen würzigen Geruch, einen würzigen Geschmack und einen scharfen, beißenden Nachgeschmack.

kleine Bibernelle

Diesen Minilöwenzahn habe ich auf der Nordseite eines Hangs gefunden, wo der Schnee vermutlich erst seit einigen Wochen weg ist. Im Gegensatz zu den teilweise riesigen Blättern des Löwenzahn im Tal, waren diese hier höchstens 2-3 cm lang und haben unglaublich gesund und knackig ausgeschaut.

Miniloewenzahn

Über die Heilqualitäten des Quendel oder wilden Thymians habe ich schon mehrmals geschrieben, hier über den Quendel und hier als Quendelalbe.

Quendel

Die wunderschönen Fruchtstände der Alpenkuhschelle waren bereit für den Flug.

Alpenkuhschelle

Auch einen gerade blühenden gelben Enzian haben wir gesehen, einige Wochen später als im Tal im Hollersbacher Kräutergarten. Der gelbe Enzian kann bis zu 60 Jahre alt werden, erst mit 10 Jahren fängt er an zu blühen. Seine bis zu 7 kg schwere Wurzel hat von den einheimischen Pflanzen den höchsten Bitterwert (10 000). Weil der gelbe Enzian so gut wie keine Gerbstoffe enthält, wirkt er nicht magenreizend, und die tonisierende Bitterwirkung kommt isoliert und intensiv zur Wirkung. Besonders geeignet für Menschen mit körperlichen oder seelischen Schwächezuständen oder nach längeren Infektionskrankheiten.

gelberenzian

Gestern bei Regen habe ich diesen Beitrag angefangen, heute liegt auf all diesen Blüten eine Schneedecke, denn heute Nacht war ein Wettersturz und es hat bis auf ca. 1800 m heruntergeschneit. Das zeigt wieder einmal wie hart das Überleben auf dem Berg ist und um wie viel mehr Lebenskraft diese Pflanzen haben müssen, um zu überleben.

Hollersbacher Kräutergarten

Ein kleiner Fotorundgang durch den Hollersbacher Kräutergarten. Wer einmal in dieser Gegend im Oberpinzgau ist, sollte sich den Kräutergarten unbedingt anschauen. Man findet da bei freiem Zugang über 400 Kräuter, Bäume und Sträucher. Ausgehend vom Themenbereich „Kräutersonne“ kann man viele Pflanzen im „Kräuterstern“, „Kräutermond“, im Bauerngarten und in verschiedenen anderen Bereichen entdecken, anschauen und befühlen. Ein begehbarer ökologischer Fußabdruck rundet das Ganze ab.

Beim gelben Enzian sieht man sehr schön die kreuzgegenständigen Blätter, im Gegensatz zum weißen Germer, der tödlich giftig ist und wechselständige Blätter hat. Leider kommt es immer wieder zu Verwechslungen und zu schweren Vergiftungen, wenn die Wurzeln gegraben werden. Der gelbe Enzian wird als Heilpflanze und vor allem zur Herstellung des Enzianschnapses gesammelt.

gelber Enzianweißer und schwarzer Germer

Sehr schön auch diese große Mohnblume und der Zierlauch.

MohnblumeZierlauch

Auch bei der Mariendistel erkennt man sehr schön die charakteristischen weißen Flecken auf den Blättern. Laut einer alten Sage fielen ein paar Tropfen der kostbaren Muttermilch der Jungfrau Maria auf eine gewöhnliche Distel, seitdem sind die Blätter der Mariendistel weiß-grün marmoriert. Sie ist leberstärkend und -schützend und regt den Gallenfluss an. Lebervergiftungen können mit Silymarin (ein Wirkstoff aus den Samen) behandelt werden. Mariendistel ist eines der bestuntersuchten pflanzlichen Lebertherapeutikum, sie verbessert sowohl das Allgemeinbefinden als auch die wichtigsten Leberfunktionsparameter wesentlich.

Mariendistel

Und zuletzt, natürlich in Hollersbach, die wunderschönen Hollerblüten. Genau richtig um ein Hollerkracherl oder einen Hollerdicksaft zu machen.

Holunder

Gehäuseschnecken

Heuer gibt es besonders viele Gehäuseschnecken und weniger Nacktschnecken (hoffentlich bleibt es so). Vermutlich haben die Gehäuseschnecken den Winter, das zuerst trockene und dann kalte Frühjahr besser überstanden. Wie weit das Gerücht stimmt, das Gehäuseschnecken die Eier von Nacktschnecken fressen weiß ich nicht, ich bin nur froh, wenn die Gemüsepflanzen einigermaßen gut überleben. Im Gegensatz zu den Nacktschnecken, die Allesfresser sind, auch Tiere sind vor ihnen nicht sicher, fressen die Gehäuseschnecken vor allem welke Nahrung.

Auf dieser Seite von Martina Berg habe ich folgende Beschreibung gefunden:

Zunächst eine kurze Vorstellung unserer zwei Hauptakteure:

Die Bänderschnecke (Cepaea) ist die bekannteste Gehäuseschnecke Deutschlands. Sie hat ein etwa 2 cm großes Häuschen, das sehr unterschiedlich gefärbt sein kann: gelb, rosarot, bräunlich, mit oder ohne schwarze Streifen. Ihr Körper hat in etwa die Farbe menschlicher Haut. Man findet sie in jedem Garten und fast jedem Fleckchen, auf dem Grünes wächst.

Baenderschnecke

Wesentlich größer ist mit einem Gehäusedurchmesser von 5 bis 7 Zentimetern und einer Körperlänge von bis zu zehn Zentimetern die Weinbergschnecke (Helix pomatia). Die Farbe ihres Hauses reicht von hellgrau bis dunkelbraun, der Körper ist beigefarben, manchmal auch grau.

Schnecken

Die Schneckengehäuse sind recht hart, sie bestehen aus Kalk. Ohne ihr Gehäuse können Gehäuseschnecken nicht überleben. Kleinere Beschädigungen können sie reparieren. Sobald aber das dünne Häutchen unter der Schale beschädigt wird, muss die Schnecke sterben. In ihr Haus zieht sich eine Schnecke zurück, um sich vor Fressfeinden, Trockenheit und Kälte zu schützen.

Erst im Alter von drei Jahren ist eine Schnecke ausgewachsen. Bis dahin baut sie ständig an ihrem Haus. Die schmalen Zuwachsstreifen kann man deutlich sehen, wie sehen wie Rillen aus. Ein neu gebildeter Hausteil ist eine Zeitlang durchsichtig und noch weich und empfindlich. Ein harter, etwas nach außen zeigender Rand ist das Zeichen für das Ende des Wachstums.

Der Schneckenkörper außerhalb des Gehäuses besteht aus dem Kopf mit einem langen und einem kurzen Fühlerpaar, dem Fuß mit dem Schwanzteil, einer Hautfalte zwischen dem Körper und dem Schneckenhaus und dem Körper mit der gut sichtbaren Atemöffnung. In den oberen, längeren Fühlern sitzen die Augen, die man als schwarze Punkte erkennen kann.

Schnecken gleiten über einen Schleimfilm, der von einer Fußdrüse erzeugt wird und ganz vorne, direkt unterhalb der Mundöffnung austritt. Mit wellenförmigen Bewegungen der Fußsohle können sie so selbst über harte und scharfe Gegenstände kriechen, ohne sich zu verletzen.

Weinbergschnecken halten sich am liebsten an schattigen und feuchten Orten auf. Um der Sonne zu entgehen, sind sie meist nachts unterwegs. Die kleineren Bänderschnecken sieht man auch oft tagsüber auf Büschen und Bäumen. Warmes Regenwetter lieben alle Gehäuseschnecken, dann sind sie sehr aktiv.

Schnecken haben viele Fressfeinde und sind daher sehr gefährdet. Für Singdrosseln, Mäuse, Igel und Laufenten sind sie leckere Nahrung. Auch wir Menschen sind Schneckenfeinde: im Garten verstreuen wir Schneckenkorn, an dem nicht nur die gefräßigen Nacktschnecken verenden. Weinbergschnecken landen zudem auch als Delikatessen auf manchen Tellern. In Deutschland und einigen anderen europäischen Ländern stehen Weinbergschnecken mittlerweile unter Naturschutz.

Die Aktivitäten der Gehäuseschnecken werden von teilweise recht langen Ruhephasen unterbrochen: der Sommerruhe (auch Trockenstarre genannt) bei besonders trockener, warmer Witterung und dem Winterschlaf, der drei bis vier Monate dauert. Im Spätsommer müssen Schnecken sehr viel fressen, um den Winterschlaf gut zu überstehen. Denn während dieser Zeit leben sie nur von ihrer Substanz.

Neben allerhand Blättern, Grünzeug und verfaulten Pflanzenteilen fressen Schnecken auch Erde. Den nötigen Kalk für ihren Gehäuseaufbau raspeln sie von Steinen und Mauern ab. Das Grün wird zunächst vom Rand her angeknabbert. Im Maul wird die Nahrung dann mit der „Radula“ zerkleinert. Das ist eine mit zahllosen spitzen Zähnchen gespickte Reibplatte auf der Zunge.

Die Paarungszeit der Schnecken beginnt im Frühsommer. Schnecken sind Zwitter, sie sind Weiblein und Männlein zugleich. Jedes Tier hat sowohl Eier als auch Samen in seinen Geschlechtsorganen. Weinbergschnecken und Bänderschnecken werden mit etwa 3 Jahren geschlechtsreif.

Vor der eigentlichen Paarung zeigen Schnecken einander durch einen sogenannten Liebespfeil ihre Paarungsbereitschaft. Dieser aus Kalk bestehende, etwa 5 mm lange Pfeil wird in die Fußsohle des Partners gestoßen, wo er aber nicht steckenbleibt. Danach tritt an der rechten Kopfseite der Begattungsteil hervor. Mit dieser weißlichen Ausstülpung übergeben sie der anderen Schnecke den Samen in die Geschlechtsöffnung, die sich ebenfalls an der rechten Kopfseite befindet.

Weinbergschnecken sind übrigens sehr ausdauernde Liebhaber: ihr Vorspiel kann mehrere Stunden dauern und nach der eigentlichen Paarung schlafen sie oft mit den Fußsohlen aneinandergeklebt erschöpft ein.

Die Eier reifen innerhalb von sechs bis acht Wochen nach der Paarung heran. Die legende Schnecke sucht sich einen ruhigen Platz an dem sie mit ihrem Fuß ein Loch gräbt. In diese Höhle legt sie 30 bis 60 winzig kleine, milchglasfarbene Eier ab. Diese Arbeit ist sehr anstrengend und dauert häufig einen ganzen Tag. Danach überlässt sie die Eier ihrem Schicksal – so etwas wie Brutpflege kennen Schnecken nicht.

Innerhalb von etwa zwei Wochen entwickeln sich nun die Jungschnecken, die mit einem fertigen Gehäuse aus den Eiern schlüpfen. Zunächst fressen sie die kalkhaltige Erde ihrer Geburtshöhle. Erst nach drei weiteren Wochen graben sie sich dann endlich an die Oberfläche. Dann dauert es noch einige Wochen, bis sie dann Pflanzen fressen.

Die Häuschen der Jungschnecken sind anfangs noch durchsichtig. So kann man sehr schön beobachten, wie sich der winzige Schneckenkörper ins Schneckenhaus zurückzieht. Die Gehäuse haben zunächst nur zwei Windungen. Bei ausgewachsenen Schnecken sind es vier bis fünf Windungen.

Das Gehäuse der Weinbergschnecke wächst verhältnismäßig schnell und verfärbt sich ins Graubraune. Bänderschnecken hingegen wachsen nur langsam und ihr Gehäuse bleibt recht lange durchsichtig-beige. Erst im Spätherbst entwickeln sich aus den nahezu farblosen Schalen die schönsten rosafarbenen, gelbfarbenen oder gestreiften Häuschen. Die Farbvielfalt bei den Bänderschnecken ist sehr vielfältig.

Weinbergschnecken sind recht langlebig, sie können in der Natur 8 Jahre alt werden. Die viel kleineren Bänderschnecken können in menschlicher Obhut ein Alter von etwa 9 Jahren erreichen. In freier Wildbahn werden sie etwa 4 Jahre alt.

Bei Wintereinbruch graben sich die Schnecken in die Erde ein oder suchen sich ein warmes, sicheres Plätzchen in einem Laubhaufen. Die Gehäuseöffnung schützen sie mit einer Schutzschicht, die sie aus Schleim bilden. Dann halten sie einen Winterschlaf, der drei bis vier Monate dauert.

Weinbergschnecken bilden zum Schutz einen etwas einen Millimeter dicken Kalkdeckel. Dieser hält die Kälte ab und verhindert die Austrocknung der Schnecke. Wird es kälter, dann zieht sich die Schnecke immer weiter in ihr Haus zurück und verstärkt den Deckel mit weiteren Schichten. Bis zu sechsmal kann dies geschehen.

So machen ihnen selbst Temperaturen bis weit unter null Grad nichts aus. Während des Winterschlafes sind die Lebensfunktionen einer Schnecke stark reduziert. Sie atmen nur noch sehr langsam. Ganz ohne Luft geht es aber nicht und so hat jeder Deckel eine Art Luftloch, das allerdings mit bloßem Auge nicht zu erkennen ist. Den Winter über zehren die Schnecken nun von ihrer Körpersubstanz und verlieren bis zum Frühjahr sehr stark an Gewicht.

Wenn es dann im Frühling wieder wärmer wird und die Erde vom Regen locker wird, wachen die Schnecken auf und kriechen aus ihrem Versteck hervor. Die Weinbergschnecken brechen den schützenden Kalkdeckel mit dem Fuß auf und lassen die nun überflüssige „Tür“ einfach liegen. Dann suchen sie völlig ausgehungert sofort nach saftigem Grünzeug.

Die Bänderschnecken haben kein so festes Schutzdeckelchen, das zurückbleibt. Deshalb kann man bei ihnen später nicht sehen, wo sie überwintert haben. Nicht alle Schnecken überleben den Winter. Möglicherweise waren sie nicht fett genug oder der Winter war einfach zu hart oder der gewählte Überwinterungsort war ungeeignet. Und so verhungern oder erfrieren oder vertrocknen diese Tiere dann.

Die Überlebenden müssen nun schnell wieder an Gewicht zunehmen, um sich an einem neuen Schneckenjahr erfreuen zu können. Sie streifen nun wieder durch die Gegend und hinterlassen ihre glitzernden Schleimspuren. Und im Spätsommer sorgen sie wieder für eine neue Schneckengeneration.

Eine weitere Verwandte ist die Baumschnecke oder gefleckte Schnirkelschnecke.

Baumschnecke

Wesentlich kleiner sind die Schliessmundschnecken, nur 10-12 mm groß und ein turmartiges, spindelförmiges Gehäuse haben. Sie leben von Algen, die sie von alten Gemäuer und Steinen abraspeln.

Schliessmundschnecke

Waldsalz

Nachdem mir das vorige Jahr das Waldsalz gelungen ist, habe ich heuer wieder eines gemacht, angelehnt an das Rezept von Renate Leitner: Kräutersalz.

Waldsalz

Zutaten:

  • 300 g Steinsalz, Natur
  • 15 Zweige Labkraut mit Blütenknospen (die letzten 5-10 cm)
  • 15 EL kleingehackte Fichten- und Tannensprossen
  • 6 Zweige Dost (wilder Oregano), 6 Zweige Quendel
  • 1 1/2 TL Fenchel, 1 1/2 TL Anis
  • 3 Kardamonkapseln
  • 3 EL schwarzer Pfeffer
  • 3 TL Kümmel
  • etwas Vanille

Zubereitung: Labkraut, Dost und Quendel von den harten Stängel zupfen und klein hacken. Fichten und Tannenwipfel fein hacken, mit einer Hälfte Salz mischen. Gewürze mahlen und mit der anderen Hälfte Salz mischen. Alles zusammen mischen und noch einmal mahlen. In ein Glas füllen und ein paar Tage im Kühlschrank ziehen lassen. Trocknen und bei Bedarf nochmals mahlen. Abfüllen und etikettieren.

Verwendung: passt gut zu Gegrilltem, Wild, Ente, Lammragouts, Rindsbraten, Kartoffel. Auch für Fisch zu empfehlen.

Waldsalz2Waldsalz4Waldsalz5

Weißdorn und Buntspecht

Heuer habe ich den Zeitpunkt nicht verpasst und den Weißdorn genau richtig erwischt, gerade voll erblüht. Über den Weißdorn habe ich bereits hier geschrieben. Er steigert das körperliche und seelische Wohlbefinden und stärkt das Herz. Er hat einen ganz eigenen Geruch, der einen unvergesslich bleibt. Am besten beschrieben ist seine Wirkung durch dieses Gedicht von Gardemin E 1994, Homöopathische Reimregeln aus dem Buch von Ursel Bührung, Praxis der modernen Heilpflanzenkunde:

„Niemand sieht es dem Weißdorn an, was er alles leisten kann:

Wenn ein Mensch mit krankem Herzen vor Beklemmung, Angst und Schmerzen

Tag und Nacht verzweifelt klagt und am Leben fast verzagt

nehm er voll Vertrauen nur ein paar Tropfen der Tinktur

und sein Zustand, erst so kläglich, wird bald wieder ganz erträglich.

Es beruhig auch das Herz und beseitigt Angst und Schmerz,

und der Schlaf, oft schwer gestört, binnen kurzem wiederkehrt.

Grad bei solchen Herzanfällen, die den Kranken furchtbar quälen,

merke dieses Mittel dir als ein Lebenselixier.“

Weissdorn

Ein Dauergast ist momentan der Buntspecht, er liebt es die Sonnenblumenkerne aus dem Vogelhaus zu holen und aufzuknacken.

buntspecht

 

Wildkräuterwanderung

Vorbei an den glücklichen Hühnern habe ich den gestrigen, sonnigen Tag genutzt und eine Wildkräuterwanderung gemacht. Auch bei den Wildkräutern kennt man, dass erst vorgestern der Schnee auf 1600 m lag und auf den Bergen noch immer gut sichtbar ist.

Huehner

Der Farn beginnt gerade seine Wedeln zu entrollen und auf der Ostseite des Hauses ist die dunkelrote Tulpe fast 4 Wochen später als die Tulpen auf der Südseite des Hauses.

FarnTulpe rot

Der Gundermann hat seinen neuen Platz gut angenommen, er war beim Kompost im Weg und musste dort weg. Der Gamander Ehrenpreis leuchtet mit seinen blauen Blüten, mir kommt vor, heuer wachsen mehr. Er heißt im Volksmund Gewitterblümchen, da man glaubte, dass er entweder in gewitterreichen Jahren mehr blüht oder dass sein Abpflücken Regen oder Gewitter hervorruft.

GundermannGamander Ehrenpreis

Das Gänsefingerkraut leuchtet silbern zwischen den grünen Gewächsen. Es ist ja „das“ Krampfkraut, und hilft bei Durchfallerkrankungen und krampfhaften Menstruationsbeschwerden. Der Weißdorn ist eines der wenigen Heilkräuter, die auch längere Zeit eingenommen werden können (als Tee, Tinktur usw.). Er unterstützt das Herz und stärkt es. Die Blüten sind noch nicht offen, je nach Wetter werden sie in 1-2 Wochen zum ernten bereit sein.

GaensefingerkrautWeißdorn

Sonnenschein

Der erste Sonnentag nach Wochen mit Schnee, Regen und Kälte hat gezeigt, wie die Natur diese Zeit überstanden hat. Fast alles, was im Freien war hat es gut überstanden, nur der Nussbaum hat braune Blattspitzen und Knospen und die meisten Früchte des Marillenbaums sind braun und verdorrt. Ich vertraue aber der Kraft des Nussbaums wieder auszutreiben, er hat schon einiges erlebt und wird auch dieses Frühjahr überstehen.

NussbaumMarillen

Nun kann ich endlich beginnen, die Balkonblumen einzusetzen und Pflanzen für den Garten zu besorgen. Die Eisheiligen kommen sicher auch noch, weil noch sehr viel Schnee auf den Bergen ist (bis ca. 1700 m), aber darum kümmere ich mich dann, wenn sie da sind.

Unbeeindruckt vom ganzen dieser wunderschöne Frauenmantel, er glitzert und funkelt.

Frauenmantel

Wintereinbruch

Ein sehr kalter und langer Wintereinbruch mit Schnee und Kälte Ende April. Ich habe alle Blumen und Pflanzen in Töpfen wieder an einen geschützten Platz gebracht. Für alles andere im Freien, das bereits blüht und befruchtet werden möchte, wie die Kirsch- und Zwetschgenbäume kann ich nur das Beste hoffen. Vielleicht sind schon ein paar der Blüten befruchtet und bringen Früchte, ansonsten kann man nicht viel machen. Pflanzen, die von selber gewachsen sind, wie auf den Bildern sind hoffentlich robust genug, die Kältewelle, die noch ein paar Tage dauern soll, zu überstehen.

BaldrianerdbeerenHimmelsschluesselRiesensteinbrechLUngenkraut

Schöllkraut

Das Schöllkraut ist ein treuer Begleiter des Steingartens, es kommt aus den Ritzen der Steinmauer. Es ist die einzige Pflanze mit orange, goldgelben Milchsaft. Nach der Signaturlehre sind Pflanzen, die gelb blühen oder jene mit einem gelben Pflanzensaft, Heilmittel bei Leberleiden. Benediktenkraut, Odermenning, Ringelblume, Goldrute, Löwenzahn, Enzian und Johanniskraut gehören dazu und natürlich das Schöllkraut. Es hat gelbe Blüten, einen gelben Pflanzensaft, gelbliche Wurzeln und eine Blattform, die im weitesten Sinn an die Leber erinnert. Die enthaltenen Alkaloide (Berberin, Chelidonin) sind nicht nur für die Farbe verantwortlich, sie sind auch leberwirksame Stoffe. Schöllkraut ist leicht giftig. Zur Teezubereitung soll es nicht alleine verwendet werden, sondern immer mit anderen gleich wirksamen Kräutern gemischt werden (Löwenzahn, Mariendistel, Erdrauch, Wegwarte, Benediktenkraut), auf die geringe Dosierung ist zu achten. Schöllkraut steigert die Gallenproduktion und fördert gleichzeitig die Entleerung der Galle.

Warzen betupft man mit dem gelben Saft der frischen Pflanze und lässt ihn eintrocknen. Die Pflanze muss bei abnehmenden Mond gepflückt werden. Bei manchen Menschen wirkt das überraschend gut, bei anderen überhaupt nicht. Bei empfindlichen Personen kann der Frischsaft Hautentzündungen hervorrufen.

In der Homöopathie wird das Chelidonium aus der frischen Wurzel zubereitet, man nimmt von D1 bis D6 mehrmals täglich 10 Tropfen bei Leber- und Gallenproblemen.

Schoellkraut

Gundermann

Heuer gab es sehr viel Gundermann, vielleicht hat ihn der trockene Frühlingsbeginn begünstigt und er konnte sich besser durchsetzen. Vielleicht hat er gemerkt, dass ich mich heuer besonders mit ihm auseinandergesetzt habe und wollte mir damit eine Freude machen. Ich habe dann die jungen, blühenden Spitzen gesammelt und zum Trocknen aufgelegt, einen Teil habe ich auch in Korn angesetzt.

Gundermann6

Gundelrebe, Gundermann, Glechoma hederacea

Es gibt viele Lippenblütler, die in der Kräuterküche bereits sehr bekannt sind: Lavendel, Rosmarin, Bohnenkraut, Thymian, Zitronenmelisse, die Minzen und Salbei. Dass wir einen einheimischen Lippenblütler mit herausragenden Kräften in unseren Gärten beherbergen, wird meist übersehen. Früher schimpfte man es Unkraut und nannte es Hexenkraut, aber nun gewinnt es zunehmend an Bedeutung. Die Gundelrebe zählt zu den „Gundkräutern“. „Gund“ kommt aus dem Althochdeutschen und bedeutet Eiter. Es wird auch „Herr des Eiters“ genannt. Es leitet Schwermetalle aus dem Körper aus, entschlackt über den Darm. Gundermann fördert die Bleiausschwemmung aus dem Körper; das weiß man unter anderen von Büchsenmachern und Malern, die zu diesem Zweck traditionell den Gundermann verwendeten.  Die Gundelrebe war früher ein wichtiger Bestandteil von Kräuterbieren, magischen Anwendungen und Milchzauber.

Innerlich bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum und bei leichten Erkrankungen der Atemwege. Entweder Tee zum Gurgeln oder alkoholischer Auszug. Man kann auch eine Kieferhöhlensalbe machen oder aus dem getrockneten Gundermann einen Schnupftabak bei Nebenhöhlenentzündung. Gundermann ist zusammen mit der Pfefferminze und dem Giersch eine Energiepflanze. Für Tiere ist die frische Pflanze giftig.

  • Gundelrebenkränze schützten Haus und Hof vor bösen Unwettern und Dämonen.
  • Gundelrebentee sollte bei Akne und unreiner Haut als Gesichtswasser angewendet werden.
  • Gundelrebentinktur wird zum Betupfen von Pickeln verwendet.
  • Gundelrebenmazerat wird im Frühling für die bekannte Ölziehkur verwendet. Es entgiftet sehr intensiv, wenn man täglich auf nüchternen Magen für 10 Minuten die Ölziehkur macht. Ölziehen fördert die Zahngesundheit und beugt unter anderem Karies und Mundgeruch vor.
  • Gundelrebenessig: 250 ml Bioapfelessig, 36 Gundelrebenblätter, wer mag noch 1 Onyxstein (unterstützt die reinigende Wirkung der Gundelrebe). Die Blättchen bei Neumond für einen Mondzyklus in Essig einlegen. Nach der Gesichtswäsche den Essig gut in die Haut einklopfen.
  • Gundelrebenhydrolat wird bei von Akne geplagter Haut als Gesichtswasser verwendet. Der erdig- venusische Duft hüllt aber auch ein, wenn man viel am PC arbeitet. Gundelrebenhydrolat hält den Verstand wach, schützt vor negativen Strahlungen und Elektrosmog (z.B. wenn man viel mit dem PC arbeiten muss).
  • Verwendung in der Küche: frische klein geschnittene Blätter kann man in Suppen, Saucen, Gemüse, Eierspeisen oder Salate verwenden. Einige wenige Blätter genügen, eher sparsam verwenden, da die Gundelrebe eine leichte Reizwirkung hat, welche die körperliche Aktivität aller Organe steigert. Man kann auch eine Handvoll Blätter entsaften und täglich trinken, sehr wirksam bei Hautproblemen. Getrocknete Blätter kann man in Kräutersalzen verwenden.